Papa hatda mal einige Fragen. |
Dirk
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Dabei seit: 20.12.2009
Beiträge: 25
Herkunft: Großraum Wolfsburg / Gifhorn
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| Papa hatda mal einige Fragen. |
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Hallo,
ich bin grade etwas verunsichert. Unsere kleine Maus ist 22 Monate alt und hat sich vor 2 Monaten unfreiwillig abgestillt. Nun sind es noch 5 Wochen bis zum ET und die kleine Maus hat entdeckt, das es gelegentlich wieder das ein oder andere Tröpfchen Milch (?) gibt.
Ich weiß noch nicht, ob ich das gut finden soll. Ich habe mich grade daran gewöhnt, das die kleine Maus nun auch mal zu mir kommt, wenn sie Trost und Geborgenheit sucht. Ich kann nur da sein, mit einer "Trostspendende Brust" kann ich nicht dienen. Ich hab ein wenig angst davor, das wenn unsere Nummer 2 auf der Welt ist, meine Frau beide Kinder abwechselnd stillen darf (oder muss) und das Neugeborene unter Umständen zu kurz kommt. Reicht die Milch für beide ? Bekommt das Neugeborene alles was es braucht?
Wie wird das wohl, vertragen sich die beiden an der Brust?
Ich stehe voll hinter der Entscheidug meiner Frau und wenn sie beide stillen möchte, dann darf sie das auch. Ich mache mir nur ein wenig Sorgen ob das alles so funktioniert.
Gruss Dirk
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29.06.2010 22:00 |
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Lieber Dirk,
wie schön auch mal einen Vater hier zu lesen.
Prof. Dr. Ruth Lawrence, neunfache Mutter und vielfache Großmutter, DIE Fachfrau fürs Stillen, die neben unzähligen wissenschaftlichen Veröffentlichungen das demnächst in der 7. Auflage seit 1979 erscheinende Fachbuch für Mediziner zum Thema "stillen" geschrieben hat, das wirklich als die "Bibel der Stillfachwelt" bezeichnet werden darf, hat einmal gesagt "Every baby needs a non-nutritive parent. That`s the father" (Jedes Baby braucht ein nicht nährendes Elternteil. Das ist der Vater)
Und ich kann dieser bewunderswerten Frau nur beipflichten: Die Tatsache, dass ein Kind gestillt wird, bedeutet keineswegs, dass der Vater weniger wichtig ist oder dass er nicht von Anfang an eine weniger gute Beziehung zu seinem Kind aufbauen kann als die Mutter oder der Vater eines nicht gestillten Kindes. Die Qualität der Beziehung zum Kind, ist nicht vom Stillen abhängig. Im Gegenteil: Beim Vater erfährt das Kind von Anbeginn, dass Liebe ganz unanhängig von Nahrung ist. Der Vater spielt ebenso wie die Mutter eine einzigartige Rolle für das Kind und ist wichtig für seine Entwicklung. Väter unterstützen ihre Kinder dabei, sprechen zu lernen, sich vorwärts zu bewegen, sie spielen mit ihnen, stellen sich dem Kind dabei als z.B. sicheres Klettergerüst zur Verfügung, helfen ihnen die Welt zu entdecken. Väter können kuscheln und sie tragen, baden, trösten und beruhigen ihr Kind. All dies können Väter sehr gut auch ohne "trostspendende Brust".
Doch nun zu deiner eigentlichen Frage: JA, das funktioniert! Es gibt sogar einen Namen für das, was deine Frau wohl machen mag - Tandemstillen.
In unserem Kulturkreis ist es zwar nicht an der Tagesordnung, dass eine Frau verschieden alte Kinder gleichzeitig stillt, doch es ist deshalb nicht unnatürlich. Es gibt Mütter, die das Tandemstillen als ungeheuer schöne und angenehme Erfahrung erleben und andere, die nach kurzer Zeit merken, dass es für sie nicht der richtige Weg ist, ein großes und ein kleines Kind zu stillen. Und selbst die gleiche Mutter erlebt Tandemstillen manchmal als wundervolle Ruheinsel im hektischen Alltag und dann wieder als ungeheuer anstrengend.
Wissenschaftlich spricht nichts gegen das Tandemstillen. Die Zusammensetzung der Milch richtet sich nach dem jüngsten gestillten Kind. Deshalb bildet die Brust in den Tagen nach der Geburt genauso Kolostrum wie bei jeder anderen Mutter. Und nicht selten kann die Mutter sogar davon profitieren, dass ihr größeres Kind ebenfalls noch an der Brust trinkt: Der Milcheinschuss verläuft häufig wesentlich sanfter, wenn das größere Kind mittrinkt und sollte es ein Problem mit zuviel Milch geben, lässt sich das einfach über das ältere Geschwisterkind ausgleichen.
Wird das ältere Kind nur noch gelegentlich gestillt, muss die Mutter nichts Besonderes beachten. Trinkt es allerdings recht häufig – oder will es nach der Geburt plötzlich wieder deutlich häufiger trinken – dann empfiehlt es sich, dem Baby den Vorrang einzuräumen und es immer zuerst anzulegen. Es ist aber auch möglich, beide Kinder gleichzeitig anzulegen. Die Milchmenge wird sich auf den Bedarf der beiden Kinder einstellen.
Lass es auf euch zukommen.
Herzliche Grüße
Denise
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Denise Both: 30.06.2010 19:11.
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30.06.2010 19:04 |
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