Geburtserlebnis |
Noelsmama

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Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 87
Kinder: Zwergenkind 01/10
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Hallo,
mein "Problem" klingt vielleicht etwas seltsam... aber es beschäftigt mich sehr, und ich brauch da dringend mal einen Rat
Mein Sohn wurde im Januar geboren. Hier bei uns gibt es kein einziges Geburtshaus, nur Krankenhäuser. Mein Mann war total gegen eine Hausgeburt
und so habe ich mich für eine "hebammenzentrierte Geburt" in einem der Krankenhäuser entschieden.
Ich hatte großes Vertrauen zu meiner Hebamme, und habe mit ihr einige Dinge vorbesprochen (z.B. Nabelschnur auspulsieren lassen, Kind gleich zu mir auf den Bauch, Schmerzmittel nur, wenn ich wirklich danach verlange, etc.)
Die Geburt ging mitten in der Nacht los und ich hatte sofort Wehen im 3-Minuten-Abstand. Die Wehen habe ich persönlich als nicht sehr schmerzhaft empfunden - ich habe mir das viel schlimmer vorgestellt. Für mich waren es eher "normale" Regelschmerzen, wobei ich früher wirklich an sehr starken Regelschmerzen gelitten habe (vielleicht habe ich sie daher nicht als sehr schmerzhaft empfunden). Nach viereinhalb Stunden war der Zwerg geboren. Jeder sagt mir, ich soll dankbar sein über diese Traumgeburt, aber...
Während der Geburt war ich wie "stumm". Ich weiß, das klingt ganz doof, aber ich konnte mit Mühe und Not grad noch antworten, wenn man mich was gefragt hat. Und es sind ganz viele Dinge mit mir gemacht worden, die ich so nicht wollte:
Gleich zu Beginn wurde mir eine Leitung gelegt und man hat mir Schmerzmittel und Wehenhemmer en masse gegeben.
Ich habe eine PDA bekommen: Ich wurde zweimal gefragt, ob ich eine PDA möchte, und habe beide Male verneint. Dann hat die Hebamme mir irgendwann gesagt: "Ich empfehle dir jetzt dringend eine PDA" - und schon hatte ich eine.
Meine Fruchtblase wurde gesprengt, ohne mich auch nur vorzuwarnen.
Mir wurde ein Katheter gelegt.
Mein Sohn wurde sofort abgenabelt und ich habe ihn erst nach ungefähr einer Stunde auf den Bauch bekommen. Es ging ihm gut, und er war in der Zeit bei meinem Mann - aber wieso konnte ich ihn nicht halten, während man mich genäht hat?
Ich weiß, dass viele dankbar wären für eine viereinhalbstündige, fast schmerzlose Geburt... aber ich habe das Gefühl, man hat mir etwas "genommen", ich habe etwas ganz Entscheidendes verpasst, mein Körper durfte nicht so arbeiten wie er wollte, und eigentlich kann ich gar nicht wirklich mitreden, wenn es darum geht, wie es sich anfühlt, ein Kind zu gebären
Falls die Frage auftaucht: nein, mit meinem Mann habe ich meine "Geburtsvorstellungen" nicht vorbesprochen. Er ist ziemlich konfliktscheu, und ich wollte ihn nicht in die Situation bringen, mit "Fachleuten" über eine Entscheidung diskutieren zu müssen, hinter der er vielleicht in diesem Moment nicht stehen kann. Ich habe gedacht, es reicht, alles mit der Hebamme zu besprechen. Und ich hätte niemals erwartet, dass es mir während der Geburt im wahrsten Sinne des Wortes "die Sprache verschlägt"...
Alle, mit denen ich bis jetzt darüber gesprochen habe, erklären mich für verrückt... ich soll doch dankbar sein, es sei doch schnell gegangen, ich habe doch einen gesunden Sohn geboren.
Ich weiß, dass das stimmt... aber mir fehlt trotzdem etwas und das macht mir sehr zu schaffen...
Bin ich vielleicht wirklich "nicht ganz normal" oder habe ich mich da in etwas reingesteigert???
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Wir glauben nicht alles, was andere sagen.
Aber wir glauben an dich!
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15.07.2010 11:17 |
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pumukl

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Dabei seit: 27.04.2009
Beiträge: 174
Kinder: Butzl 04/09
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Ohje, erst amal:
Ich bin zwar schon wieder im Expertenforum, aber da ich mich auch um eine gute Geburt betrogen fühle, will ich doch antworten.
Egal wie lange, du hast auf diesen einen Moment hingearbeitet, indem dein Kind nach überstandenen Strapazen bei dir auf der Brust liegt, und dann siehst du es nicht mal. Ich war auch viele Stunden der Geburt nicht mehr fähig zu sprechen, zuletzt konnte ich nicht mal mehr die Augen öffnen, und auch mein Kind ist während des Nähens nicht bei mir gewesen, sonst auch niemand.
Die haben mich aufgeschnitten, mein Kind rausgezogen (Dammschnitt und Zange) und liegen gelassen wie eine nutzlose, geschlachtete Kuh!
Auch ich habe eine aufgedrängte PDA gehabt, von Selbstbestimmung konnte nie die Rede sein. Auch ich habe mich in die Hände der Hebamme gegeben, bei der ich auch den Geburtsvorbereitungskurs gemacht hatte, aber dann war doch alles anders, und ich würde mich nie wieder so ausliefern.
Ich hatte auch lange das Gefühl, es nicht geschafft zu haben, mein Kind nicht geboren zu haben. Die Hebamme und die Ärztin haben oft betont, ich wäre selber Schuld, dass mein Muttermund nicht aufgeht, und an der Infektion auch,... Ich fühlte mich misshandelt und betrogen.
Nein, wir haben uns nirgends reingesteigert, wir hätten ein Recht auf diesen Moment, wenn das neugeborene, eigene Kind auf unserer Brust liegt! Und das Kind hat dieses Recht auch!
Ich kann dir nun aber raten, doch mit deinem Mann zu sprechen. Mit hat es sehr geholfen, meinem Mann mal wirklich vorzuwerfen, warum er nicht besser auf mich aufgepasst hat? Warum hat er mich alleine gelassen, und ist nicht mit dem Kind zu mir gekommen, während sie mich genäht haben? Warum hat er nicht gesehen, dass ich die Grenze zwischen Leben und Tod nahezu überschritten hatte?
Ich wünsche dir einen starken Partner, der dir wirklich zuhört und es ertragen kann, nicht alles richtig gemacht zu haben.
Auf diesem Weg, und indem ich wirklich alle Situationen der Geburt durchdrungen habe, konnte ich das Trauma in Kraft umwandeln. Allerdings ist es harte Arbeit, und man braucht liebevolle Menschen, die einem dabei begleiten!
Halte dich fern von denen, die meinen du müsstest nur dankbar sein, und unterm Strich fehlt ja nichts, sie wissen nicht wovon sie reden.
Vielleicht kannst du mit einer anderen Hebamme über den Geburtsbericht sprechen, oder auch mit deiner Hebamme, warum sei dich so gegen deinen Willen behandelt hat?
Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weg,
__________________ Der Pumukl mit Butzl

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15.07.2010 12:15 |
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Frauke Lippens

Rabenexpertin

Dabei seit: 21.07.2007
Beiträge: 308
Herkunft: Hamburg Kinder: keine eigenen
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Hallo,
ich bin sprachlos.... und alle deine Empfindungen sind total berechtigt!!!!
Vor einer PDA mußt du doch eine Aufkärung unterschreiben???!!!
Ich kann den beiden anderen in allem nur zustimmen!
Such doch auch die Auseinandersetzung mit der damaligen Hebamme - und wenn du dir das persönlich nicht zutraust, dann schreib ihr einen knackigen Brief. Und auch an die Klinikleitung.
Wenn das alles so war, wie du schilderst - und ich habe keinen Grund, an deiner Schilderung zu zweifelen - erfüllt das für mich den Straftatbestand der Körperverletzung, denn du mußt in Eingriffe (PDA, Dammschnitt, Blaseneröffnung) einwilligen.
Zumindest gab es ein erhebliches Kommunikationsdefizit.
Oder sagt dein Mann, das war alles gar nicht so und du seist so weggetaucht gewesen, dass du die Erklärungen nicht mitbekommen hast?
Frauke
__________________ Frauke Lippens
www.hebammenpraxis-jarrestrasse.de
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15.07.2010 12:53 |
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Noelsmama

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Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 87
Kinder: Zwergenkind 01/10
Themenstarter
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Hallo,
danke für eure Antworten! Ich bin froh, dass ich offensichtlich doch nicht so aus der Spur bin, wie mir einige Bekannte weismachen wollen.
@Frauke:
Nein, mein Mann weiß schon, dass es genau so war, wie hier geschildert. Er findet's halt auch nicht so schlimm und sagt mir immer: schau doch mal, was wir für ein Wunder bekommen haben... das stimmt ja auch.
Ich bin meinem Mann auch gar nicht böse. Ihm mache ich wirklich keinen Vorwurf, denn er hat nicht gewusst, wie ich mir das vorstelle. Ich habe mit ihm wirklich vor der Geburt nicht darüber gesprochen, sondern mich völlig auf meine Hebamme verlassen. Er ist einfach froh, dass ich keine Schmerzen hatte... was ja auch lieb von ihm ist.
Und zur Einwilligung in die PDA: Ich hab den Zettel unterschrieben... nur war ich halt - meiner Meinung nach - in dem Moment echt so "weggetreten", dass ich halt einfach meine Unterschrift auf den Zettel gekritzelt habe. Die hätten mir was weiß ich nicht alles hinhalten können... zu allen anderen Dingen wie Blasensprengung und so hab ich keine Einwilligung gegeben.
Ich hab versucht, mit der Hebamme im Nachhinein darüber zu sprechen: sie sagt, mein Muttermund sei nicht weiter aufgegangen, ich habe mich verkrampft. Das kann schon sein. Aber weder mein Mann noch ich können uns daran erinnern, dass sie versucht hat, "mich zu entspannen". Ich weiß nur, dass sie mir gefühlte 127 Mal gesagt hat: "Du bist zu verkrampft. So geht das überhaupt nicht. Ich sag's dir nur. Das geht so nicht...."
Im Nachhinein ist mir auch wieder eingefallen, dass ich im GVK gelernt habe, dass man die Mund-Kinn-Partie entspannen muss - nur konnte ich das während der Geburt nicht abrufen
@Kalliope: Geburtsverlaufsbericht habe ich... da steht nichts Dramatisches drin, außer dass halt irgendwann der Muttermund in der Wehe aufgegangen und nach der Wehe wieder zugegangen ist, und ich dann die PDA bekommen hab...
Hach... ich bin froh, dass ihr mich versteht. Das hilft mir schon sehr... werde mir überlegen, ob ich mich nochmal mit der Hebamme in Kontakt setze. Beim ersten Gesprächsversuch hat sie mir halt ziemlich klar zu verstehen gegeben, dass sie hier die Expertin ist... nicht ich...
Danke euch allen!
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Wir glauben nicht alles, was andere sagen.
Aber wir glauben an dich!
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15.07.2010 13:52 |
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Frauke Lippens

Rabenexpertin

Dabei seit: 21.07.2007
Beiträge: 308
Herkunft: Hamburg Kinder: keine eigenen
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Hallo,
diese Kollegin war offensichtlich nur eine medizinische "Expertin", aber nicht in den ureigenen Hebammenqualitäten.
Es hilft doch überhaupt nicht, zu sagen : so geht das nicht..."
Die Hebamme ist dazu da, mit dir zu entspannen, zu tönen, dich in die Wanne zu begleiten, Quaddeln zu setzen, dich zu massieren /deinen Mann dazu anzuleiten etc.
Noch "toller" sind nur noch Sätze wie "wenn Sie sich nicht besser entspannen, geht es Ihrem Kind schlecht..."
Fauke
__________________ Frauke Lippens
www.hebammenpraxis-jarrestrasse.de
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15.07.2010 14:02 |
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Monstermama

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Dabei seit: 01.08.2007
Beiträge: 2.831
Herkunft: Saarland Kinder: Junge, Mädchen, Mädchen, klitzekleines Mädchen
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Noelsmama, so weit ich weiß gibt es einen Unterschied zwischen dem Geburtsverlaufsbericht und dem geburtsberichtlichen Protokoll, in dem tatsächlich minutiös alles drinstehen muß.
Ich kann Dich gut verstehen. Auch ich fühlte mich nach Luca's Geburt zu blöd zum Kinderkriegen. Und mein Mann war einfach nicht mehr fähig, auf mich aufzupassen, er hatte über 24 Stunden keinen Schlaf gehabt und wurde genauso überrollt wie ich. Wobei es Dinge gibt, die dem Mann dann wohl einfach nicht so dramatisch vorkommen, wie den Dammschnitt ohne Vorwarnung. Wurde bei mir auch gemacht und die Hebamme hatte gehofft, ich würde es nicht merken!
Ich habe erst nach 8 Jahren erfahren, daß ich sie wegen Körperverletzung hätte anzeigen können.
__________________ "Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, man kann sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen". (von unbekannt, aber ich find's extrem zutreffend)
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15.07.2010 14:07 |
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cupilupaca
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Dabei seit: 03.05.2010
Beiträge: 114
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entschuldigung, dass ich hier ins expertenforum reinfunke, kann mich aber trotzdem schwer zurückhalten.
mich macht das soooo traurig und ungeheuer wütend, liebe noelsmama, wenn ich hier lese, wie man mit dir umgegangen ist.
und egal, was deine umwelt sagt: DU hast diese geburt so empfunden und das kann und darf dir KEINER absprechen!!!
und bei diesem "sei nur froh über kurze geburt und gesundes kind", da krieg ich echt aggressionen!!!
du bist sicher selbst überglücklich über dein wunderbares kind! das hat mit all dem anderen (die fremdbestimmung, deine sprachlosigkeit unter der geburt, ...) doch nur bedingt zu tun.
deshalb darfst und musst du trotzdem alle trauer und wut über den geburtsverlauf empfinden und rauslassen, um das alles später verarbeiten und bewältigen zu können.
lass dich nicht verunsichern! lass dir deine gefühle niemals von anderen glattbügeln, nach dem motto: stell dich nicht so an!
DU empfindest so. deine gefühle sind da und sie sind es wert, gefühlt und ausgesprochen zu werden!
ich wünsch dir alles liebe! und viel viel kraft!!!
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19.07.2010 22:59 |
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Crianza

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Dabei seit: 16.04.2010
Beiträge: 50
Herkunft: Spanien Kinder: Sohn (08/09)
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Hallo Noelsmama,
bin auch kein Experte, aber....Dein post hat längst vergessene Gefühle in mir wieder hervorgerufen, denn mir ging es ganz ähnlich, Du bist also wirklich nicht alleine.
Ich wurde gegen meinen Willen eingeleitet (mit der Begründung man sei ums Kindswohl besorgt), mir wurde gegen meinen Willen die Blase gesprengt (mit der Begründung, man müsse sehen, ob das Fruchtwasser ok sei). Das mit der Fruchtblase empfand ich fast wie eine Vergewaltigung. Die Hebamme kam dauernd mit Sprüchen wie “alles steinhart da unten” und “so wird das nie was”. In die PDA habe ich schliesslich eingewilligt, und ab da wurde die Hebamme wieder etwas netter zu mir. Was sie allerdings nicht davon abhielt, a) mir unter Geburt zu verkünden, ich habe ein Myom in der Gebärmutter (was mich in Angst und Schrecken versetzte, meine Mutter hatte ein bösartiges und die Folgen waren schlimm) und b) während der Austreibungsphase ans Handy zu gehen (“Ich hab gerad ne Geburt, ich ruf Dich später an”).
Auch ich hatte mich sehr mit dem Thema beschäftigt, extra das KH und die Gyn ausgewählt, eine Doula engagiert…
In meinem Fall weiss ich auch, dass die ganzen medizinischen Begründungen für die Geburtsmassnahmen fadenscheinige Ausreden waren. Denn mit meinem Kind stimmte tatsächlich etwas nicht, aber niemand rechnete damit (warum auch, es hatte wirklich keinerlei Anzeichen für irgendetwas Besorgniserregendes gegeben). Es wurden keine extra Untersuchungen gemacht und wir wurden ohne weiteres als gesund entlassen…mit fatalen Folgen. Aber das ist ein anderes Thema.
Auch ich fühle mich um die Geburt betrogen.Was aber noch schlimmer ist, ist, dass man auf so wenig Verständnis im Umfeld stösst. Ja, auch meine Geburt war leicht und schmerzfrei…aber trotzdem schlimm für mich!!!!
Mir hat es geholfen mit meinem Mann zu reden (dem ich keinerlei Vorwurf mache), und mit anderen, verständnisvolleren Hebammen. Einfach um die Wut und Trauer rauszulassen. Aber ich wollte weder diese Gyn noch diese Hebamme danach je wiedersehen.
Dir rate ich, alles zu tun, was Du für Dich als wichtig fühlst, um mit dem Erlebnis klarzukommen. Und nimm Deine Gefühle erst, das hat alles nichts mit “Hineinsteigern” oder sonst was zu tun.
Ich wünsche Dir alles Gute!!!!
__________________ Crianza mit Maximann und Minimann
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20.07.2010 12:47 |
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Fuchur

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Dabei seit: 22.02.2010
Beiträge: 203
Herkunft: Landkreis Osnabrück Kinder: eine Tochter (02/2010)
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hallo noelsmama!!
erstmal herzlichen glückwunsch zu eurem zwergi!!!
ich kann eigentlich cupilupaca voll und ganz so zustimmen.
mich macht es auch immer wieder so wütend, weil es vielen gebärenden in krankenhäusern so geht.
ich wünsche dir alles, alles gute!
fuchur
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21.07.2010 21:49 |
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beschleunigerin
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Dabei seit: 24.07.2010
Beiträge: 62
Kinder: 1 kleines Teilchen (06/10)
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hallo noelsmama,
ich kann dich gut verstehen, auch wenn meine geburt am ende sehr "selbstbestimmt" verlief. ich habe auch im kh entbunden und hatte gerade vor einer solchen situation panische angst - nämlich dass mir alle entscheidungsfreiheit genommen wird und ich einfach nur noch rumgeschoben werde. (vor kontrollverlust durch die schmerzen hatte ich keine angst, also schreien etc, nur davor, dass mir die kontrolle aktiv von anderen menschen entzogen wird). ich bin sowieso jemand, der sich meistens schlecht wehren kann. die hebamme im gvk hat mir geraten, vorher aufzuschreiben, was ich nicht will, bzw. welches vorgehen ich in welchem fall wünsche. da mein mann auch noch nicht so gut deutsch spricht, hatte ich noch zusätzliche angst, dass er vielleicht in entscheidenden momenten nicht mitbekommt, wenn entscheidungen getroffen werden und er dann nicht schnell genug eingreifen kann. so habe ich also eine ganze liste angelegt - dass ich keinen dammschnitt möchte, pda nur im notfall, kind auf den bauch, keine augentropfen etc. und bin das vorher noch mit meinem mann durchgegangen und hab ihm sozusagen die wichtigsten vokabeln erklärt, damit er dann, wenn er dammschnitt oder so hört, auch weiß was abgeht. rein rational war mir schon klar, dass das wahrscheinlich im endeffekt dann egal ist, wenn sie was als medizinisch indiziert deklarieren, dann kann man sich schwer wehren. aber mir hats trotzdem vorher geholfen, weil ich mir nicht ganz so hilflos vorkam. (vielleicht kann dir das bei einer weiteren geburt auch helfen, wenn du befürchtest, wieder die sprache zu verlieren) letztendlich habe ich die liste dann gar nie ausgepackt weil meine hebamme und die ärztin sehr geduldig waren und ohnehin im kh alles so schnell ging. ich bin überhaupt erst ganz spät ins kh, habe 5-6h die wehen (bis auf 3Minuten-Abstände) zuhause verarbeitet (weil es ja diese statistik gibt, je früher man kommt, desto wahrscheinlicher werden eingriffe). meine sorge war also nie, es nicht rechtzeitig ins kh zu schaffen, sondern zu früh zu kommen. irgendwie hat es mir auch geholfen, zuhause schon meinen rhythmus und gute bewegungsformen zu finden. so hab ich dann im kh einfach weitergemacht und die hebi hat sich ganz zurückgezogen, saß nur dabei und hat mich machen lassen. selbst als sich sein kopf nicht richtig eingedreht hat und ich zwei stunden lang presswehen verarbeitet habe, dann doch aufs bett musste um umgelagert zu werden und es dann auch beim pressen nicht so schnell voranging, wurde mir nur noch ein wehentropf angehängt, um den wehen noch ein bisschen kraft zu geben. das hat mir die hebi aber vorher erklärt. außerdem hat sie dann für den damm noch eine akkupunkturnadel gesetzt (hat mir mein mann hinterher erzählt, hab ich nicht mitgekriegt). und ich durfte auch selbst entscheiden, ob der kleine dammriss genäht wird oder nicht (hab mich dagegen entschieden). ich bin mir aber ganz sicher, dass ein anderes geburtsteam mich vielleicht nicht so lange hätte machen lassen. am ende, als das pressen so lange dauerte, hab ich auch schon befürchtet, dass noch geschnitten werden muss oder zange oder so. und ein anderer arzt hätte da sicher auch früher eingegriffen. gut fand ich auch, dass ich stets nur ermutigende kommentare hörte. ich hatte selbst das gefühl, das kind rutscht immer zurück, aber mein mann hat zu mir gesagt: nein nein, er kommt bei jeder wehe ein stück weiter raus (was gar nicht stimmte, aber mir total viel kraft gegeben hat, weiterzupressen). ich finde, es nimmt einem enorm viel kraft, unter der geburt zu hören, dass es nicht vorangeht.
ich möchte dich mit meinem "positiven geburtserlebnis" nicht noch trauriger machen, sondern eigentlich nur sagen, dass ich es wichtig finde, dass man sich klarmacht, dass es wirklich meistens anders geht, als mit schnellen eingriffen zu reagieren. eine freundin hat mir auch von ihrer geburt erzählt (drohung des arztes: wenn sie jetzt nicht stärker pressen, müssen wir schneiden...). da hat selbst die hebi hinterher gesagt, es wäre nicht nötig gewesen, einen dammschnitt zu machen und man hätte es auch langsamer angehen können... (frag ich mich dann, warum sie den arzt dann nicht bremst, der wohl sichtbar nur darauf aus war, dass es jetzt schnell vorangeht). ich finde also, deine zweifel am ablauf sind durchaus berechtigt und du solltest dir das von niemandem schönreden lassen.
und ich würde dir auch raten, mit deinem mann zu sprechen. obwohl meine geburt so gut verlief, hatte ich hinterher das starke bedürfnis, mit meinem mann zu sprechen, weil mir im nachhinein alles so unwirklich vorkam. ich wollte gerne irgendwie "bilder" in meinem kopf, konnte aber während der presswehen kaum die augen offenhalten.
und ich finde es auch durchaus ok und gut, sich psychologische hilfe zu holen und das mal alles vorbehaltlos rauslassen zu können, ohne angst haben zu müssen, jemanden zu verletzen (zb deinen mann durch vorwürfe).
ich wünsche dir alles gute und dass du in deinem schmerz ernstgenommen wirst!
__________________ die (teilchen-)beschleunigerin beschleunigt ihr kleines teilchen (06/10) momentan am liebsten in der manduca
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28.07.2010 09:55 |
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